Autor: celince

Madonna im Pelzmantel

In der Welt der türkischen Literatur steht der Name Sabahattin Ali seit Langem als Symbol für Rebellion, Poesie und tiefe menschliche Einblicke. Sein beeindruckendstes Werk „Madonna im Pelzmantel“ ist ein bewegender Roman, der die tiefgreifenden Gefühle menschlicher Sehnsucht und Liebe aufzeigt.

„Madonna im Pelzmantel“, ursprünglich 1943 veröffentlicht, ist Sabahattin Alis bekanntestes und am meisten geschätztes Werk. Es erzählt die Geschichte von Raif Efendi, einem türkischen Mann aus einer wohlhabenden Familie, der sein Leben und seine unerwiderte Liebe zu einer deutschen Künstlerin, Maria Puder, in Berlin vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs durchlebt.

Das Buch ist nicht nur eine einfache Liebesgeschichte. Es ist ein Kampf zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und persönlicher Erfüllung, zwischen kulturellen Normen und individueller Freiheit. Es stellt die Frage nach dem Sinn und der Erfüllung des Lebens.

Ein auffälliges Merkmal von Alis Schreibstil ist seine einfache, aber kraftvolle Sprache. Er schafft es, tiefgründige Gefühle und Gedanken in einfache Worte zu fassen, was dem Leser einen intimen Einblick in die inneren Kämpfe und Gefühle der Charaktere bietet.

Sabahattin Ali ist ein meisterhafter Erzähler, und „Madonna im Pelzmantel“ ist ein leuchtendes Beispiel dafür. Trotz seiner einfachen Sprache und seines linearen Erzählstils gelingt es ihm, ein tiefgründiges Porträt menschlicher Emotionen und Erfahrungen zu zeichnen. Das Buch ist nicht nur ein Spiegel der türkischen Gesellschaft seiner Zeit, sondern auch ein universelles Porträt der menschlichen Natur und ihrer vielfältigen Gefühle und Sehnsüchte.

Sabahattin Alis „Madonna im Pelzmantel“ ist ein literarisches Meisterwerk, das den Leser einlädt, in die tiefsten und dunkelsten Winkel der menschlichen Seele vorzudringen. Es ist ein Buch, das noch lange nach der letzten Seite nachwirkt und den Leser zum Nachdenken über die Liebe, die Gesellschaft und die menschliche Natur anregt.

Wenn man den Roman genauer betrachtet, ist es faszinierend zu sehen, wie Ali durch die Erzählung in „Madonna im Pelzmantel“ die sozialen Normen und Rollenerwartungen sowohl in der türkischen als auch in der deutschen Gesellschaft hinterfragt. Maria Puder, die starke und unabhängige Künstlerin, dient als Kontrastfigur zu Raif Efendi, dem schüchternen und unsicheren Protagonisten. Maria ist ein Symbol für die Emanzipation und Freiheit der Frau, die sich gegen die traditionellen Geschlechterrollen stellt, während Raif mit den Erwartungen seiner eigenen Kultur kämpft.

Sabahattin Alis „Madonna im Pelzmantel“ ist ein Juwel der türkischen Literatur und ein eindrucksvolles Zeugnis für das Potenzial der Literatur, Empathie zu fördern und den menschlichen Geist zu erweitern. Es ist ein Buch, das jedem Leser, unabhängig von seinem kulturellen Hintergrund, eine bereichernde und bewegende Leseerfahrung bietet.

„Wie das warme, milde Sonnenlicht, das durch eine Linse fällt, sich in einem Punkt konzentriert und zu brennen beginnt, so umhüllt und entflammt sie die Liebe und steigert ihre Kraft ins Unermessliche.“

Raif Efendi

HELDEN

Der Held mit dem Gummistempel

Aristides de Sousa Mendes war ein portugiesischer Diplomat. Im Zweiten Weltkrieg war er Generalkonsul in Bordeaux und rettete schätzungsweise 30.000 Menschen verschiedener Nationalitäten das leben.

Als 1940 der Großteil Mitteleuropas von den Nazis besetzt wurde, schwappte eine Flüchtlingswelle in Frankreich in den noch umbesetzen gebieten.Einer der letzten Länder mit Chancen auf Zuflucht galt das Land Portugal. Doch für die durchreise aus Spanien der von Diktator Franco beherrschte wurde brauchte man ein portugiesischen pass.Deshalb drängten Tausende Flüchtlinge zum portugiesischen Konsulat in Bordeaux, um an den lebensrettende Stück Papier zu kommen.

Zehntausende Juden belagerten das portugiesische Konsulat in Bordeaux, wo sie verzweifelt an das lebensrettende Stück Papier zu kommen suchten.

Die portugiesische Regierung verbot ihren Diplomaten in Frankreich, Visa ohne vorherige Zustimmung durch das Außenministerium auszugeben. Sousa Mendes ignorierte dieses Rundschreiben am 17. Juni 1940 erstmals und ließ durch den Rabbiner Chaim Kruger an alle Juden ausrichten, dass er ausnahmslos jedem ein Visum erteilen würde, „ungeachtet der Nationalität, Rasse oder Religion!“

Als die Panzer der Wehrmacht immer weiter Richtung Bordeaux
vorrückten, arbeiteten Sousa Mendes und seine Mitstreiter rund um die Uhr, in denen sie kaum schliefen und immer nur Visa ausstellten und Papiere mit einem Stempel versahen.Sousa Mendes gab Tausende von Visa aus, ehe er vor Erschöpfung zusammenbrach.

Aristides de Sousa Mendes, der Engel mit dem Stempel

In den Dokumenten mit dem Siegel des Konsulats der portugiesischen Republik steht: „Die portugiesische Regierung bittet die spanischen Behörden um die Gefälligkeit, dem Träger dieses Dokumentes die freie Durchreise durch Spanien zu gewähren. Der Betreffende ist Flüchtling vor dem europäischen Konflikt und befindet sich auf der Weiterreise nach Portugal.“